Reisen, Fotos,Bücher
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Zunächst verbrachten wir einen Tag in der Provinz Veneto, im Wintersportort Cortina d´Ampezzo,bzw. Pocol, das oberhalb der Stadt liegt.Dort checkten wir ein ins Hotel Villa Argentina, das seine besten Jahre schon hinter sich hat. Dennoch hatten wir Glück und bekamen eins der wenigen renovierten und modernisierten Zimmer. In der Hotelbar schmiedeten wir bei frischgezapftem birra Pläne für die weitere Tour.Am nächsten Morgen schien die Sonne und immer wieder rauschten Oldtimer am Hotel vorbei Richtung Dolomitenpässe.Wir gerieten in eine der jährlich stattfindenden Oldtimer Rallyes und bestaunten so manches guterhaltene Schmuckstück auf 4 Rädern. Auch wir zogen nach einem eher mageren Frühstück von dort weiter über den Passo di Falzarego, vorbei am höchsten Berg der ital. Dolomiten, (dem Marmolada),über den sensationelle Weitblicke bietenden Passo di Giau , streiften das Rosengartenmassiv und fuhren bis hin zur Seiser Alm und dem ganz unverwechselbar geformten Schlern. Schnell war an diesem Mittag ein Zimmer innerhalb des Ortskerns von Kastelruth/Castelrotto für eine Nacht gefunden. 

Der Ort ist schliesslich eine Touristenhochburg und bietet entsprechend viele Unterkünfte an. Während einer ersten kleinen Wanderung entdeckten wir dann ein Hotel in bezaubernder Hanglage,oberhalb des Dorfes, fragten spontan nach einem Zimmer und als wir uns dies ansehen durften und den moderaten Preis erfuhren, resrvierten wir dort für die kommenden 2 Tage.So zogen wir nach nur einer Übernachtung in dem schönen, aber eher unruhig gelegenen, Hotel Sonnenhof weiter den Berg hinauf ins Hotel Plunger mit seiner großen Sonnenterrasse, der dezenten,modernen Einrichtung und dem sympathischen, jungen Ehepaar Plunger, das das Haus mit viel Geschick und aufmerksamem Personal leitet.

Dort gefiel es uns sooo gut, dass wir sogar verlängert hätten. Aber leider waren alle DZ ab dem Wochenende belegt. In den Ort und die nahe Umgebung hatten wir uns aber mittelerweile so verliebt, dass wir unbedingt noch bleiben wollten und suchten also weiter nach einer anderen Unterkunft. Diese fanden wir nur etwa 200 m weiter vom Plunger entfernt: Ein, ganz im Stil eines traditionellen Bauernguts erbautes Haus, stylish und komfortabel,aber ohne unnötigen Schnickschnack:Der 2013 eröffnete

Oberfulter Hof, bot  attraktive Ferienwohnungen an....und zwar zu einem annehmbaren Preis. Die Ausstattung war spitzenmäßig und der Ausblick von unserem Balkon einfach umwerfend :-) Noch besser, als vorher, nämlich direkt hinunter nach Seis und St. Valentin einerseits, und andererseits zum Felsblock des Schlern hin....und ganz am Horizont dann die Ortlergruppe...die jeden Abend in einem anderen Licht erstrahlte.

Dort verbrachten wir dann insg. 4 Tage, versorgten uns selbst und genossen jede Minute in dem angenehmen Ambiente des sog. Klimahauses, das mit viel Holz und Steinen aus der Umgebung erbaut wurde und bei dem wir morgens die bestellten Brötchen an die Wohnungstür gehängt bekamen...Herz, was willste mehr? ;-)

Wir hatten täglich sonnig-warmes Wetter und haben dies für zahlreiche Wanderungen in unmittelbarer Umgebung genutzt. Einmal sind wir mit dem Busshuttle nach oben auf die Seiser Alm gefahren und haben dort eine kleine Wandertour unternommen bis zur Spitzbühelhütte, vor deren Sonnenterrasse zahlreiche Paraglider auf günstige Startbedingungen warteten. Obwohl der Ausblick natürlich ganz faszinierend war, fanden wir es doch zu trubelig dort. Die grösste Hoch-Alm Europas ist eben ein beliebtes und touristisch sehr intensiv genutztes Gebiet mit unterschiedlichen Liften,vielen Einkehrmöglichkeiten,angebotenen Kutschfahrten und,und,und. Als wir hochfuhren, begegneten uns noch die riesigen LKWs des ZDF, das dort oben einige Tage ein TV-Special veranstaltet hatte. Also eigentlich kein Platz für Gerd und mich!! Aber wie gesagt: der Ausblick war nicht übel....und die Luft klar und angenehm zum Wandern. Aber die allzu starke touristische Nutzung stellt auch ein Problem dar. Zwar dürfen nur zu bestimmten Tageszeiten Privatwagen nach oben fahren, aber es herrscht trotzdem noch  sehr viel Verkehr zwischen der Alm und den umliegenden Ortschaften. Und was dort oben alles geboten wird, kann auf Dauer nicht ohne negative Auswirkungen für die Natur bleiben. Aber dies nur am Rande.

Auf den nächsten Wanderungen begegneten uns dann schon weniger Leute und wir waren ganz angetan von dem noch so ursprünglich-bäuerlichen Charme, den Kastelruth, vor allem am Ortsrand mit seinen vielen Bauernhöfen, saftigen Wiesen, Obstgärten und den vielen Kühen,Schafen,Hunden und Katzen, verströmte.

Einmal wanderten wir auch hoch zur Marinzenalm, dabei kamen wir durch einen dichten Wald, stiegen über Baumwurzeln, genossen den Duft nach erdig-moosigem Waldboden und begegneten zwei Pferden, die dort weideten. Oben angelangt entdeckten wir einen kleinen Teich, in dem sich die Bergspitzen spiegelten. Die Almhütte war gut besucht,ein großer Kinderspielplatz und Bergziegen, die durch die Besuchergruppen liefen, rundeten das Bild ab. Das war uns mal wieder zu viel des Trubels und so marschierten wir weiter, nun bergab und gelangten schon bald wieder in ruhigere Gefilde.

Viele unserer Wege führten uns runter in den Ort Kastelruth

und schnell hatten wir ein Café entdeckt,

in dem es neben selbstgemachtem Eis auch leckere Kuchen gab

(mein Favorit: Buchweizentorte mit Johannesbeeren,ohne Sahne!).

Der Ort ist ja die Heimat der Kastelruther Spatzen, die ungeachtet des Skandals um die Echtheit ihrer Musik nach wie vor sehr beliebt zu sein scheinen. Hier gibt es jedenfalls einen gutbesuchten Fanartikel-Laden und an vielen Plätzen/Restaurants/Cafés wird darauf hingewiesen, dass hier und hier und hier einer der Musiker am liebsten einkehrt, isst,trinkt, musiziert...man kommt nicht umhin, zu bemerken, wo man sich befindet: in der Spatzenheimat! (Nein, wir sind keine Fans...aber Kastelruth hat uns trotzdem gefallen!!)

Auch wenn wir viele km zu Fuß zurück gelegt haben: ein paar Mal sind wir auch mit dem Wagen unterwegs gewesen und haben die reizvolle Umgebung erkundet.

Der Grödner Pass ist sehenswert, ebenso der kleine, aber sehr touristisch ausgerichtete Wintersportort Wolkenstein, dessen berühmtester Sohn Oskar von Wolkenstein war, dem zu Ehren noch heute ein spektakuläres Ritterturnier stattfindet.

 

Sehr gut gefiel uns auch die Lage von Schloß Prösels,zu Völs am Schlern gehörend, hoch über dem Bozner Talkessel gelegen,eingebettet in saftig grüne Almwiesen und umgeben von Bauernhöfen und Wald.Alle Wege, die dorthin führen sind extrem steil und schmal. Nix für ungeübte Fahrer oder welche mit schwachen Nerven ;-)

Unsere weiteste Tour führte uns ins Sarntal und das Penser Joch hinauf. Es war aber recht trübe oben auf der Passhöhe und viele,viele Motorradfahrer pausierten dort. So fuhren wir ohne anzuhalten weiter über Sterzing, dann vorbei an Klausen und wieder zurück an den Ausgangsort. Hier schien nach wie vor die Sonne :-)

 

Übrigens gehören die Dolomiten seit 2009 zum Unesco Weltnaturerbe.

Die Heimfahrt traten wir am Mittwoch an,nachdem wir noch ein letztes Mal das Frühstück mit Blick in die Berge und die Dörfer im Tal genossen hatten.

Wir kamen zügig über die alte Brennerstrasse und waren ruckzuck über den Fernpass. Die Zugspitze zeigte sich in voller Pracht und von der Sonne beschienen. Immer wieder ein reizvoller Anblick!

Und dann kam unerwartet ein megalanger STAU auf der Landstrasse nach Reutte.

Lange Zeit war völlig unklar, warum sich dort ein Stau bildete. Ein Unfall vielleicht??

Zunächst kamen auch noch vereinzelt Wagen aus der Gegenrichtung. Dann lange Zeit nichts mehr. Viele Fahrer stiegen aus,beratschlagten die Lage. Umkehren hätte wenig Sinn gemacht, denn hinter uns lag der Fernpass, den zu umfahren keine Kleinigkeit darstellt. Das sahen so ziemlich alle gleich und daher harrten wir und viele andere über eine Stunde aus, bis sich endlich etwas tat und es leicht vorwärts ging. Nach ca. 10 km Stop&Go kam endlich ein Hinweisschild auf eine Baustelle. Dann ging wieder lange gar nix und dann kam der Gegenverkehr zum Zuge: geschätzte 200 Autos zogen nun an uns Wartenden vorbei!!  Bis wir endlich Reutte erreicht hatten, waren wir ziemlich genervt. Im Ort selber weitere Baustellen,keine Umleitungsschilder...Was für ein chaotisches Baustellenmanagement! Man hätte meinen können, in einem exotischen Land zu sein, statt mitten in Österreich....

Wir beschlossen, weiterhin spontan zu bleiben und begruben die Idee, am Mittwoch Abend zuhause zu sein. Stattdessen landeten wir am späten Nachmittag schliesslich in Oberbayern am Walchensee. Zuvor sind wir noch am Kloster Ettal vorbeigefahren, hatten Linderhof passiert und den Pfaffenwinkel gestreift.Dort am Walchensee checkten wir mühelos im, uns schon gut bekannten, Hotel Karwendelblick ein und machten noch einen schönen Spaziergang um den abendlich still daliegenden See.

Am Donnerstag ging es dann ohne jede Verzögerung in einem Rutsch zurück ins Ländle.

F a z i t:


10 wunderbare Tage liegen hinter uns und ich kann nur jeden ermuntern, es auch mal wieder so anzugehen: nix zu buchen,keine Unterkünfte im Internet vorab zu checken, sondern vor Ort nach Häusern schauen, die einem gefallen.

(Wir hatten keinerlei Stress dadurch.Alle Unterkünfte fanden sich mühelos und es waren alle gut bis sehr gut.)

Mal keine Routen vorzuplanen, sondern zu schauen, wo gibts morgen Sonne und wie gelange ich dort am besten hin? Da tun sich ganz neue,unerwartete Wege auf!

 

Aus dem Salzburg Revival wurde zwar nichts, dafür haben wir den großartigen Glockner gesehen, die Dolomiten in ständig wechselndem Licht, die Seiser Alm gemütlich erwandert, Kastelruth kennengelernt und viele schöne Pass-Strassen erfahren, die grandiose Aus-und Weitblicke boten...stille Seemomente erlebt und last not least: tolle Wanderungen mit heftigen Steigungen unternommen, bei denen wir den Alltag komplett hinter uns gelassen haben und durch die wir uns körperlich von Tag zu Tag fitter fühlten.

Lasst euch mal wieder von der "bunten Stunde treiben"  ;-))

 

 

P.S: Viele Fotos entstanden mit dem smartphone, da wir nur selten Lust hatten, die große Kamera mitzuschleppen. Dies als "Ausrede" dafür, dass manches Bild nicht besonders gelungen ist ;-)

Es muß nicht immer alles perfekt sein,um es geniessen zu können...

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© Tina Becker-Schäfer

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