Reisen, Fotos,Bücher
 Reisen, Fotos,Bücher                   

Dezember Blog

11. Dezember

3 Bücher, die ich sehr gerne gelesen habe und hier nochmal ans Herz legen möchte:

So möchte ich euch dieses Buch vorstellen, das ich schon vor ein paar Jahren gelesen habe. Es ist nun in einer Sonderausstattung (Umschlag in blauer Seide) erschienen und das nehme ich zum Anlass, es hier zu empfehlen:

Die souveräne Leserin von Alan Bennett gehört zu den kleinen Büchern, die auf wenigen Seiten sehr viel erzählen können und den Leser Schmunzeln bringen.

Herrlich schräg und dabei liebenswürdig ist diese Geschichte, bei der die Queen eine Hauptrolle spielt. Rein zufällig entdeckt sie während eines Spaziergangs mit den Hunden den Bücherbus im Park des Palastes und höflich wie sie ist, leiht sie auch gleich ein Buch aus. Damit kommt alles ins Rollen. Die Queen entdeckt die Liebe zur Literatur und zum Erlebnis LESEN...ganz neue Welten tun sich plötzlich auf und so sehr es ihre Umgebung auch stört: die Queen setzt einige Neuerungen durch im Palast und bei ihrem Umfeld.... Bennett hat sich einige witzige Dinge ausgedacht, die er die Queen treiben läßt. Dabei bleibt er aber stets liebenswürdig und driftet nie ab ins Geschmacklose. An dieser Stelle seien auch seine anderen Titel empfohlen!

--Ein Buch, das man in jeder Lebenslage lesen kann!--

Ausserdem möchte ich hier nochmal auf ein Lieblingsbuch von mir hinweisen, das ich in der Bücherweltreise bereits vorstellte:

River von Donna Milner

-Er kam zu Fuss.

Wie eine Fata Morgana erschien er in der flirrenden Hitze der Straße, die hinab zu unserer Farm führte. Er kam zu Fuß, und ich beobachtete ihn aus dem Schatten unserer Veranda, seine Augen waren tief wie ein blaugrüner Ozean. Dad und meine Brüder waren nicht da, aber Mom hängte im gleißend hellen Sonnenlicht gerade unsere Betttücher auf. Irgendetwas war anders an ihr an diesem Julinachmittag. Ihr Haar war hochgesteckt, und ich glaube, sie hatte sogar einen Hauch Rouge aufgelegt. Sie erwartete ihn. Doch was sie nicht erwartet hatte, war all das Leid, das wie ein kalter Wind folgen sollte. In Natalie Wards Erinnerung ist dies der letzte Tag, an dem ihre Familie noch heil und glücklich war. Als sie 34 Jahre später einen Anruf ihres Bruders erhält, muss sie sich entscheiden, ob sie nach Hause zurückkehrt und sich den Erlebnissen dieser Zeit noch einmal stellt.-

(Quelle:Piper Verlag)

So beginnt eine absolut fesselnde, hochdramatische Familiengeschichte, die mich sehr beeindruckt hat.

River hat für mich das Zeug zum modernen Klassiker. Was das Auftauchen einer einzigen Person alles bewirkt, welche Vorurteile dieser junge Mann heraufbeschwört und widerlegen kann, wie er Menschen für sich gewinnt und eine ganze Familie total durcheinanderwirbelt und das Leben mehrer Personen langfristig

auf den Kopf stellt...das ist explosiver Lesestoff vom Feinsten.

 

--Ein all time favorit von mir!--




Bereits vor dem offiziellen Erscheinen des Buches wies ich schonmal draufhin. Und nun, da es auf der Spiegel Bestseller Liste ganz oben gelandet ist, möchte ich es nochmal in Erinnerung rufen:

 

Florian Illies: 1913

Illies bringt uns in kaleidoskopartigem Erzählstil das Jahr 1913 mit all seinen prominenten Protagonisten so unterhaltsam nahe, wie es sonst noch niemand getan hat. Der Leser begegnet  hier vielen Bekannten wie Freud,Jung,Picasso,

Mona Lisa, Hitler,Oberst Redl, Lou Andreas-Salome,Stravinsky,Marc,Macke,Rilke,Werfel,Lasker-Schüler;Benn,Alma Mahler;Kafka,Brecht,Armstrong,Matisse,etc.., und erfährt unglaublich viel über ihr Leben,Lieben,Leiden,ihren Wahnsinn,ihre Passion, ihre Antriebskräfte und auch ihre Bedeutung(mal erfreulicher, mal dramatischer, mal entsetzlicher Natur) für das 20.Jahrhundert, dass es einem beim Lesen zum Staunen bringt! Illies läßt es diese Personen ganz neu erleben und zeigt, wo sie sich wann begegneten, teilweise ohne es selbst zu wissen, wen sie vor sich hatten. Nie hat man z.B. Kafka menschlicher, Freud deprimierter, Alma Mahler und Kokoschka leidenschaftlicher erlebt, als beim Lesen dieses Buches! Nie wurden mir politische,kulturelle,soziale Zusammenhänge klarer, nachvollziehbarer und unterhaltsamer präsentiert, als hier. Sicher bleibt manch trockenes Faktenwissen, die ganz normale Bevölkerung und das Alltagsleben betreffend aussen vor. Und was wirklich alles in der Luft lag am sog. Vorabend des 1.WK wird uns auch nicht 100% verdeutlicht. Aber Illies weckt zumindest sehr gekonnt das Interesse an diesem Jahr. Kein Geschichtsbuch, eher ein Geschichtenbuch vor dem Hintergrund des Jahres 1913, das auf die Wirren und den Beginn des 1. Weltkrieges zusteuert.

Mehr findet ihr beim Fischer Verlag!

 

--Für mich ist dies einer meiner Favoriten des Jahres--



5. Dezember

Deine Juliet/Mary Ann Shaffer

Diesen Briefroman habe ich erst jetzt entdeckt, obwohl bereits 2008 auf deutsch erschienen. Die Geschichte spielt Ende der 40-er Jahre in London und auf der Kanalinsel Guernsey.

Um was es geht? Um eine Schriftstellerin,Juliet, die während des 2.WK eine sehr erfolgreiche Kolumne bei einer Londoner Zeitung schrieb. Nach dem Krieg werden diese zusammengefasst und als Buch heraus gebracht. Sie wird noch ein wenig berühmter und trifft während einer Lesereise auf viele Menschen.

Und eines Tages erhält sie einen Brief eines Bauern der Insel Guernsey. Er hat ein antiquarisches Buch gekauft, das ihm sehr gefiel und in dem noch der Name der Vorbesitzerin steht; der von Juliet, der Autorin der Kolumnen.Er wendet sich an sie, weil er sich erhofft, auf diesem Wege mehr über das Buch und den Autor,  Charles Lamb, zu erfahren.

Es entsteht ein reger Briefwechsel in dessen Verlauf Juliet von einem Literaturclub erfährt, der während der deutschen Besatzung gegründet wurde. Sie interessiert sich immer mehr für die Mitglieder und als sie für die Times einen Artikel darüber schreiben soll, fährt sie schliesslich auf die Insel...

 

Ich lese es mit großer Begeisterung! Man spürt einfach, dass die Autorin eine wahre Buchliebhaberin war ( sie verstarb übrigens, bevor das Buch veröffentlicht wurde und hat seinen Erfolg leider nicht mehr erlebt.Interessanterweise war sie keine Britin, sondern Amerikanerin!).

Meine Lieblingsstelle:

 

"..an einem Buch interessiert einen eine winzige Kleinigkeit, und diese Kleinigkeit führt zu einem anderen Buch, und etwas in diesem führt wiederum zu einem dritten Buch. Es ist geometrisch progressiv - es ist kein Ende in Sicht und es hat keinen anderen Zweck, als das pure Vergnügen. "
Das Buch heisst im Original übrigens:
The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society

Der gefällt mir definitiv besser, als der deutsche Titel.

 

Und hier eine lesenswerte Rezension aus der FAZ.

 

P.S: beim Lesen mußte ich dauernd an einen anderen Briefwechsel denken, den ich vor Jahren las und auch total mochte. Ich kam aber absolut nicht mehr auf den Titel. Ich fing an zu recherchieren und stiess auf die Rezension der FAZ-Journalistin, die sich witzigerweise auch an dieses Buch erinnert fühlte und den Titel noch wußte.. Und so kann ich nur unterstreichen, was in der oben zitierten Lieblingsstelle steht...ein gutes Buch führt von einem zum andern ..:-)

84,Charing Cross Road : und dies ist eine weitere Empfehlung!!

2. Dezember

Da ich selbst momentan an vielen Büchern parallel lese und bei keinem der Funke so richtig überspringt, lasse ich den neuen Blog von Gerd beginnen, der in den letzten Wochen sehr begeistert von seinem Lesestoff war !

Gerds Empfehlung

Der vierte Band von

Andreas Föhr - Schwarze Piste - spielt mal wieder im tiefsten Winter in der Region Tegernsee. Der schlitzohrige Polizeiobermeister Kreuthner stolpert am Wallberg beim Verstreuen der Asche seines verstorbenen Onkels (selbstverständlich im Dunkeln, da dies hierzulande ja verboten ist) über eine Leiche und das Drama nimmt seinen Lauf. Der immer fröstelnde Kommissar Wallner und sein Ermittlungsteam werden vor grosse Herausforderungen gestellt und Kreuthner hat blitzgescheite Ideen.

Föhr baut sehr schnell Spannung auf, die im Verlauf sogar noch gesteigert wird, es gibt einige ungeahnte Wendungen. All das hat dazu geführt, dass ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe. Ich bin begeistert und kann es nur weiterempfehlen.

Schwarzer Neckar/Thilo Scheurer spielt in Rottweil, Schwarzwald, um die Weihnachtszeit.

In diesem Buch gibt es mehrere Handlungsstränge: zum einen der Mord an einem alten Mann, bei dem die Spuren in die letzten Kriegstage 1945 führen und zum anderen um den Mord an der schwangeren Frau des ermittelnden Kommissars Treidler (er selbst sass wegen des Mordes an seiner Frau ein halbes Jahr in Untersuchungshaft und wurde nur mangels Beweisen frei gesprochen). Ihm zur Seite wird die Kommissarin Melchior gestellt, die aber für das Dezernat für innere Ermittlungen arbeiten muss (wg Stasivergangenheit dazu erpresst) und Treidler des Mordes an seiner Frau überführen soll.

Die Geschichte ist spannend und temporeich aufgebaut mit ungeahnten Wendungen und hat mehr Thrillercharakter als nur ein Regionalkrimi.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Tina Becker-Schäfer

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.