Reisen, Fotos,Bücher
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WELTREISE/Literarisch um die Welt

....da wir wahnsinnig gerne lesen, nicht nur rund um unsere Reiseziele, sondern ganz generell, ist es nur logisch, dass auf unsrer website auch ein paar Lieblingstitel vorgestellt werden, die in Ländern spielen, wo wir evtl. noch nicht waren.

Damit dies nicht so kreuz&quer passiert, will ich sie nach Ländern ordnen. Sozusagen rund um die Welt alle Titel vorstellen, die gefallen. Auch wenn wir teils noch nie einen Fuß in diese Länder setzten, so haben wir sie doch schon bereist, in unserer Fantasie!



Diese Seite ist bewußt kunterbunt in der Schriftwahl, um zu symbolisieren, wie vielfältig die Literatur der Welt eben ist!!

 


Die Reise beginnt in Deutschland und von dort gehts dann weiter in die ganze Welt....

DEUTSCHLAND

Unsere Lesereise beginnt logischerweise mit Deutschland.

Und da kommen wir nicht an Klassikern vorbei. Ein Buch, das m.E. in jedes gutsortierte Bücherregal gehört, ist der Insel Band
Friedrich Schiller-Sämtliche Gedichte und Balladen. Ich habe die Leinenausgabe von 2004, zu der ich immer mal wieder greife.

Ein bisschen Allgemeinbildung sollte, trotz vieler anderer Lesevorlieben, auch drin sein :-)

Ansonsten fällt mir bei Deutschland sofort die Familie Mann ein, wobei mein Favorit Klaus Mann mit Mephisto ist. Diesen Schlüsselroman habe ich schon viele Male gelesen. Das erste Mal vor über 20 Jahren. Im Untertitel heisst es Roman einer Karriere und es ist wie eine Art Sittengemälde und schonungslose Bloßstellung der kultivierten Gesellschaft zur Zeit des Naziregimes.Die Anspielungen auf seinen Schwager Gustav Gründgens sorgten dafür, dass das Buch zeitweise verboten war...

Verlagsinfo:

«Mephisto» erschien erstmals 1936 im Amsterdamer Exilverlag Querido, 1966 wurde seine Verbreitung in der BRD gerichtlich verboten, 1981 erschien trotz des Verbots eine Neuausgabe. Der Roman wurde zu einem Kultbuch: eine exemplarische Geschichte über Anpassung und Widerstand, Karrieredenken und künstlerische Moral. <

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Obwohl es Schullektüre war, hat mich vor vielen Jahren schon Heinrich Böll´s Buch

Ansichten eines Clowns von der ersten Zeile an in seinen Bann gezogen.Es ist bis heute eins meiner liebsten Bücher aus dem Genre  der Nachkriegsliteratur.


 Über Bölls Frauenbild läßt sich naklar diskutieren....

Für Gerd zählen die Abenteuer-und Reisegeschichten von Karl May zu den schönsten Leseerlebnissen seiner Jugend, deshalb sollen diese auch hier erwähnt werden:

Einen zeitgenössischen Autor möchten wir aber auch noch erwähnen und ans Herz legen:Bernhard Schlink. Jurist und Autor. Sein Gespür für aktuelle und heikle gesellschaftlich relavante Themen ist enorm.

Besonders gefallen hat uns sein Roman

Das Wochenende, in dem er einen entlassenen Ex-Terroristen auf seine ehm. Mitstreiter und einen Teil seiner Familie stoßen läßt. Was bei diesem Treffen geschieht, an einem einzigen Wochenende auf dem Landsitz seiner Schwester, ist beeindruckend vielschichtig. Ein wichtiges Buch!!

 


Was ich ausserdem empfehlen möchte, ist eine durch und durch schräge,liebenswerte,tiefgründige Geschichte, deren Figuren zwar skurril aber doch ganz normal daher kommen. So traurig der Anlass auch ist, aus dem sich die beiden Hauptdarsteller kennenlernen, so komisch und verzweifelt hilflos sind viele Szenen.

Auch das ist deutsche Literatur! Und gut verfilmt wurde es auch,

Emmas Glück von Claudia Schreiber.


Von Hermann Hesse habe ich vor rund 20 Jahren alles gelesen, das in deutscher Sprache zwischen zwei Buchdeckel von ihm gepresst wurde.

Ganz besonders gefiel mir seinerzeit Narziß und Goldmund,das ich mehrmals gelesen habe.Ich besuchte auch Calw, seinen Geburtsort und das dortige Hesse-Museum und war in Maulbronn, das  dortige Kloster besichtigen, das als Vorbild für verschiedene Klöster in seinem Werk diente.  Hesse hat eine Buchhändlerlehre begonnen, sie aber abgebrochen,

(anders als ich) hatte einen Hang zur Spiritualität, (anders als ich)war künstelerisch begabt,malte Aquarelle und  war weltoffen. All das erkenne ich an und schätze ich sehr.Aus heutiger Sicht finde ich viele seiner Bücher ein wenig "kitschig", unzeitgemäß und zu unpolitisch.



SCHWEIZ

Im kleinen Nachbarland Schweiz gibt es einen großartigen, zeitgenössischen Autor, den ich sehr schätze:

Martin Suter. Seine Romane haben für mich das "gewisse Etwas".

Er verbindet brisante, aktuelle sozialkritische Themen mit kriminalistischen Ermittlungen und packt seine Leser durch genaue Beobachtungen und feine Charakterzeichnungen.

Small World/Diogenes Verlag ist so ein Buch! Das Thema Altersdemenz habe ich selten feinsinniger, spannender, tiefgründiger in einem Roman entdeckt. Die Verfilmung habe ich noch nicht gesehen; darauf bin ich aber  schon sehr gespannt.

 


SCHWEDEN

Es gibt nur wenige Bücher, die ich mehr als einmal lese.

Kim Novak badete nie im See von Genezareth/H.Nesser

ist einer dieser seltenen Titel.Und ich habe das Buch nicht nur gelesen, ich habe es auch gehört, herausragend gelesen von Dietmar Bär.

Selbstverständlich hab`ich auch die Verfilmung nicht verpasst...

und was soll ich sagen?!

Alle 3 Versionen fand ich gelungen.

 

Zu Schweden fallen jedem Vielleser natürlich auch die zahlreichen Krimis von Nesser,Mankell & Co. ein. Auch wir haben reichlich davon verschlungen. Was ich hier jedoch noch ausdrücklich empfehlen möchte, ist ein ganz und gar literarisches Buch.

Muschelstrand von Marie Hermanson. Das Buch erzählt die Geschichte von 3 Frauen. Es ist einerseits spannend wie ein Krimi, hat andererseits viel Tiefgang und mutet durch seine Sprache sehr lyrisch, fast magisch an.

Dennoch ist es  aus einer durch und durch rationalen Sicht erzählt. Ein kleines, aber faszinierend gehaltvolles Buch!


ITALIEN

Bei Italien fallen den meisten Leuten wahrscheinlich die Krimis

von Donna Leon ein....die ich übrigens nicht mag...

Ich will hier ein Buch empfehlen, das weder Krimi ist, noch in Venedig spielt. Dazu zunächst die Verlagsinfo:

Wenn der Wind dreht/Andrea de Carlo/Diogenes

"Wer hat ihn nicht – den Traum von einem glücklicheren Leben, weitab von Handygeklingel, Hektik und Verkehr? Fünf Städter suchen ein Haus auf dem Land und das einfache Leben in der Natur. In den Wäldern Umbriens finden sie es – und es ist ein Alptraum".

Meine Meinung: zunächst hatte ich befürchtet, dass hier ein Klischee nach dem anderen auftauchen würde und die Sache mich schon bald langweilen könnte.....

Aber weit gefehlt. Der Autor reitet zwar durchaus auf einigen typischen Verhaltensweisen von betuchten,gebildeten Städtern herum, aber er schafft es, einen sehr distanzierten und kritisch-ironischen Blick auf diese Marotten zu werfen.Und die Leute vom Lande nimmt er sich genauso vor.

Aber nie wertet er den einen oder anderen ab, sondern nähert sich den einzelnen Charakteren mit Hingabe und Zuneigung. Spannend und interessant wird es ab dem Moment, wo die beiden Gruppen aufeinanderstoßen.

 

Es gibt noch mehr Titel, die in Italien spielen und mir gefallen haben. Jedoch sind diese nicht von italienischen Autoren verfasst.

Dazu gehören die sehr engagierten, stets an brisanten gesellschaftlichen oder politischen Geschehnissen orientierten Krimis von Veit Heinichen. Sein Commissario Laurenti gefällt mir um vieles besser, als der aalglatte Brunetti, der in Venedig ermittelt. In Triest , der Grenzstadt, hat Heinichen sein Ermittlerteam platziert.Und das war eine gute Wahl. Mein Favorit ist nach wie vor:

Die Toten im Karst ( übrigens auch sehr gut verfilmt mit Henry Hübchen in der Hauptrolle). siehe auch dtv >>


 

 

KANADA

"Er kam zu Fuss.

Wie eine Fata Morgana erschien er in der flirrenden Hitze der Straße, die hinab zu unserer Farm führte. Er kam zu Fuß, und ich beobachtete ihn aus dem Schatten unserer Veranda, seine Augen waren tief wie ein blaugrüner Ozean. Dad und meine Brüder waren nicht da, aber Mom hängte im gleißend hellen Sonnenlicht gerade unsere Betttücher auf. Irgendetwas war anders an ihr an diesem Julinachmittag. Ihr Haar war hochgesteckt, und ich glaube, sie hatte sogar einen Hauch Rouge aufgelegt. Sie erwartete ihn. Doch was sie nicht erwartet hatte, war all das Leid, das wie ein kalter Wind folgen sollte. In Natalie Wards Erinnerung ist dies der letzte Tag, an dem ihre Familie noch heil und glücklich war. Als sie 34 Jahre später einen Anruf ihres Bruders erhält, muss sie sich entscheiden, ob sie nach Hause zurückkehrt und sich den Erlebnissen dieser Zeit noch einmal stellt."

So beginnt eine absolut fesselnde, hochdramatische Familiengeschichte, die mich sehr beeindruckt hat.

RIVER von Donna Milner/Piper Verlag hat das Zeug zum modernen Klassiker. Was das Auftauchen einer einzigen Person alles bewirkt, welche Vorurteile edieser junge Mann heraufbeschwört und widerlegen kann, wie er Menschen für sich gewinnt und eine ganze Familie total durcheinanderwirbelt und das Leben mehrer Personen langfristig

auf den Kopf stellt...das ist explosiver Lesestoff vom Feinsten.


 U S A   Wie ein bunter Quilt soll es werden...

In die U S A haben wir noch nie einen Fuß gesetzt, aber in unserer Phantasie sind wir schon unzählige Male an den verschiedensten Orten und zu den unterschiedlichsten Zeiten dort unterwegs gewesen...

Wie viele Bücher ich gelesen habe, die dort spielen, wird mir erst jetzt bewußt, wo ich nach einem Lieblings-USA-Buch suche...

und ich stelle fest: ich kann mich unmöglich auf eines festlegen.

Es sind zu viele. Daher stelle ich hier all die Titel ein, die ich in besonderer Erinnerung habe. Die Reihenfolge ist keine Wertung.

Ich stelle mir vor, ich nähe an einem Quilt und füge alle wertvollen Stücke beeinander...keins ist wichtiger oder schöner, als das andere. Alle gemeinsam ergeben das Kunstwerk. Und bei den Büchern ist es ähnlich: sie alle zusammen haben meine Vorstellungen von den Staaten geprägt. Nicht eins allein für sich.

Angefangen hat alles mit den Büchern von Mark Twain. Seine beiden  weltbekannten Abenteuer-Figuren Tom Sawyer und Huckleberry Finn waren meine Helden der Kindheit. Noch vor Pippi Langstrumpf und Michel!

In meiner Jugend waren es Roots von Aley Hailey, die mich aufwühlten. Später Die Farbe Lila von Alice Walker.

Dann kamen die Bücher von John Irving ins Spiel. Eine ganz spezielle Haß-Liebe verbindet mich mit seinen Figuren. Allen voran GARP und wie er die Welt sah.

Nicht zu vergessen Der Fänger im Roggen von Salinger.

Eine zeitlang mochte ich auch die Selbstfindungsromane von Lisa Alther.Und die frauenbewegten Romane von Marilyn French wühlten mich eine zeitlang auf.

 

Es folgten zahllose Krimis und Thriller. Nennenswert sind die von Patricia Cornwell, die für mich die erste Autorin war, die eine sehr starke weibliche Heldin ins Feld führte und zwar als Gerichtsmedizinerin. Sie bahnte damit einem neuen Genre den Weg. Und John Grisham,der Vater aller Justiz-Thriller.

Nicht immer war ich einverstanden mit der Botschaft dieser Romane, aber sie haben mich auch unterhalten und meine Kritikfähigkeit angeregt ;-)

Besonders gefallen hat mir ein Buch, das wohl kaum einer kennt, mich aber sehr bewegte: es heisst Am Ende dieses Sommers und wurde von Caroline Haines geschrieben. Ein Roman, der in den 60-er Jahren in den Südstaaten spielt und die totale Veränderung der Lebensumstände zweier Mädchen beschreibt. Nichts Spektakuläres, aber doch ein Buch, das ich mehrmals gelesen habe, weil es vielschichtig ist und ich die Menschen, die darin agierten, zu lieben lernte..

Die Bücher von Jodie Picoult, die alle mehr oder weniger brisante, oft moralische Themen behandeln, habe ich ebenfalls  eine Weile gerne verschlungen.Sie brachte mir zum ersten Mal das Leben einer Amish-Familie näher...

Später kamen Titel von Philipp Roth hinzu, die mich aber weniger bewegten, dennoch gehört er zu den großen

amerikanischen Gegenwartsautoren, die oft diskutiert und viel besprochen werden und darf nicht unerwähnt bleiben.

Zu meinen Favoriten gehört auch Schnee, der auf Zedern fällt von David Guterson. Dieser Roman behandelt einen gerne verschwiegenen Aspekt der amerikanischen Geschichte: das Verhältnis der Amerikaner zu ihren japanischen Einwanderern. Auch sehr eindrucksvoll verfilmt mit Ethan Hawke.

Letzten Sommer las ich Rubinrotes Herz,eisblaue See von einer noch unbekannten Autorin:Morgan Callan Rogers, das mir sehr gefiel. ...Siehe Cover!

T.C. Boyle nicht zu vergessen! Ungeschönte Kost, kritisch, teils skurril,historisch, aber auch gegenwärtig, lesenswert. Er hat einen eigenen Blick auf die USA, den ich sehr mag!

Mein Favorit Drop City, in der ziemlich naive kalifornische

Hippies konfrontiert werden mit dem harten realen Leben in Alaska.

http://www.perlentaucher.de/buch/14936.html

Ich bin sicher, dass dieser Bücher-Quilt noch nicht fertig ist...mir fallen bestimmt noch mehr Autoren ein, die ich in den letzten Jahren las...das hier waren nur die, die mir spontan eingefallen sind....

Ein paar Tage steht nun der Quilt und es geht weiter:

Nachdem mir eine Buchfreundin feedback auf diesen Quilt gab, sind mir nun noch einige andere Titel eingefallen. Dass ich Harper Lee´s Nachtigall vergaß, ist ja fast unverzeilich...liegt aber wohl daran, dass ich  beim ersten Lesen (mit 16/17) nicht so den Zugang fand. Erst etwa 20 Jahre später ergriff mich die Faszination dieser  aufwühlenden Südstaaten-Geschichte mit dem komplexen,in den USA sehr langanhaltenden, Thema der Rassendiskriminierung.

Und wie konnte ich beim 1. brain storming nur Frühstück bei Tiffany`s vergessen?? Truman Capotes kleine, feine Geschichte über die liebenswerte Holly Golightly ist einmalig.Auch in der weltbekannten Verfilmung!!

Und wenn ich schon beim Erinnern bin: ein absolut schockierendes Buch war seinerzeit Endstation Brooklyn von Hubert Selby für mich. Diesen harten Realismus fand ich mit 17 schwer zu verdauen. Aber wichtig.Die Verfilmung war irgendwie noch krasser...aber ein weiteres Stück Amerika, das nunmal aus vielen Licht-und Schattenseiten besteht.

Ein Buch, das ich in den frühen 80-ern las: Fan Man von William Kotzwinkle, will ich auch nicht unter den Tisch fallen lassen: es faszinierte mich, was die Hauptfigur, ein absolut schräger Freak, der in einer zugemüllten Wohnung lebte, alles bei seinen Streifzügen durch New York entdeckte und anstellte. Ein Buch aus der subkulturellen Ecke..ich denke noch heute grinsend an diese Figuren und mein Bild von NY wurde durch diesen Roman sehr geprägt.

Und bei nichts habe ich mich so sehr gegruselt wie bei Edgar Allan Poe´s Untergang des Hauses Usher.....

 

 

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© Tina Becker-Schäfer

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