Reisen, Fotos,Bücher
 Reisen, Fotos,Bücher                   

N A M I B I A 2012

Reisebericht:

" Schon wieder nach Namibia?????????? "

 

Diese Frage stellte so ziemlich jeder in unserem Umfeld, als bekannt wurde, dass wir auch 2012 wieder in das Land im südlichen Afrika wollten, das am stärksten von der deutschen Kolonialzeit geprägt ist und zum größten Teil aus Wüste besteht.

Dass wir das 5.Mal innerhalb von 4 Jahren dorthin wollten, erschien vielen als absolut merkwürdig, zumal es dort doch nix gibt ausser Sand,Steinen und wildlife im Etosha.

Ja, und noch seltsamer fand man es, dass wir diesmal auch noch auf die Attraktion  Etosha verzichten wollten. Was macht man denn da 3 Wochen lang??

 

Im Folgenden versuchen wir diese tiefgründigen Fragen zu beantworten ;-))

Kalahari

In der Kalahari Red Dunes Lodge kann man sich als Gast Mountainbikes ausleihen und auf eigene Faust

Touren auf dem Gelände unternehmen. Dieses Angebot fanden wir verlockend und so haben wir es ausgenutzt und waren an einem Tag ca. 4 Std. mit den Rädern unterwegs.Vor dem Start blödelten wir noch mit einer Angestellten herum, von der wir uns fotografieren liessen und die ihrerseits dann auch auf einem Foto landete. Nach der Tour waren wir ziemlich geschafft. Aber der Reihe nach: Mit dem Rad durch die Kalahari..das klingt naklar nach Abenteuer..Aber da wir uns nur auf dem ca. 12.000 ha großen Lodge-Gelände bewegten und das  Team von unserer Unternehmung wußte, konnte ja nix passieren.Die Wege sind zwar ausgeschildert ,aber trotzdem kann man die Orientierung verlieren, wie wir feststellten. Natürlich kamen wir ganz schön ins Schwitzen ...denn sandig-steiniger Untergrund ist ja schon zum Wandern anstrengend, mit Rädern jedoch..holla! ... Aber man kann dabei eben auch sehr viel erleben:

so ist uns z.B. in einiger Entfernung eine Herde Gnus aufgefallen. Und hier und da standen Strausse herum. Wir sahen unzählige Webervögel, die eifrig an ihren Nestern bauten und manche Bäume waren schon unter der Last dieser Behausungen

zusammen gebrochen...Antilopen zogen am Horizont ihres Weges, während wir in der Sonne vor uns hin strampelten...und die Stille, den würzigen Geruch der vielen Sträucher und den knallblauen Himmel über uns genossen.Und jeden Flecken Schatten peilten wir an, um zu verschnaufen, Wasser zu trinken und auch mal ein Foto zu machen. Für uns war es ein einmaliges Erlebnis, die rauhe afrikanische Landschaft von einem Fahrrad aus zu erleben. Die einzigen Geräusche, die uns umgaben, waren das Surren der Fliegen,das Vogelgezwitscher, das Rascheln des Grases und das Quietschen der Reifen.

 

Nach der anstrengend- schönen Tour entspannten wir in der Hängematte unseres Hauszeltes und liessen die Seele baumeln beim Blick in die trockene Grasebene, die sich zwischen den  Dünenkämmen erstreckt. Die Kalaharidünen sind, anders als die der Namib, keine Wanderdünen. Sie verlaufen vorwiegend parallel zur Windrichtung und zwischen den ca.30 m hohen Kämmen findet man die Dünentäler. Hier wachsen allerhand Pflanzen, die trotz der extremen Trockenheit Überlebensmechanismen gefunden haben. Über diese Pflanzen und natürlich auch über die dort heimische

Tierwelt, erfuhren wir viel Interessantes bei unserem abendlichen Sundowner Drive mit Johann, dem Ranger der Lodge. Wir sahen Kudus, Steenboks,viele Vögel,Löffelhunde,Schakale.... es war ausserdem ein nicht allzu kühler Abend und so konnten wir den drive im offenen Geländewagen voll und ganz geniessen. Johann erwies sich nicht nur als gut ausgebildeter Ranger, sondern auch als sehr kultivierter Gesprächspartner und so erfuhren wir beim Sundowner, den wir auf einer Düne einnahmen, auch einiges über seinen bisherigen Lebensweg und seine Zukunftspläne. Dass er gelernter Butler ist und in Kapstadt zur Butlerakademie ging, fanden wir genauso beeindruckend wie den Plan, zusammen mit seinem Partner nach Dubai zu gehen und dort für eine wohlhabende Scheich-Familie zu arbeiten...Und als größten Wunsch nannte er, für die Königsfamilie in England zu arbeiten...Die Kalahari Red Dunes Lodge sah er als lehrreiche Zwischenstation, die ihm sehr viel Freude macht und bei der er seine Liebe zu seiner Heimat an andere weiter geben möchte....

Wir waren anschliessend an den Drive ganz und gar begeistert von dem herrlichen Dinner, das uns das Team der Lodge im Vorraum unseres Hauszeltes servierte. Johann hatte alles perfekt arrangiert. Ein Candlelight Dinner vom Feinsten rundete unseren erlebnisreichen Tag in der Kalahari ab.

In der Kalahari Red Dunes sahen wir auch zum 1. Mal hautnah Erdmännchen!! Echt drollig, diese wuseligen Tierchen!

An beiden Abenden erlebten wir fantastische Sonnenuntergänge vor den Silhouetten der Kameldornbäume...Afrika-Klischee vom Feinsten ;-)

Keetmannshoop

Vor der Weiterreise stellten wir erschrocken fest, dass zwei Reifen nur noch sehr wenig Luft hatten.

Das freundliche Lodge- Personal half aus mit Kompressor und guten Tipps. Wir schafften es mühelos bis in den nächsten Ort mit Avis-Vertragspartner.Dort, in Mariental, konnte unser Problem behoben werden. Beide Reifen wurden geflickt. Alle Reifen wurden getestet und als für alle das OK galt, konnten wir weiterfahren. Der junge Chef der Werkstatt witzelte noch rum und lud uns auf einen Kaffee ein für den Fall, dass wir nochmal durch Mariental kämen.Dass wir nur umgerechnet 14 Euro zahlen mußten. überraschte uns übrigens sehr!

In Keetmannshoop erwartete uns ein nettes, kleines B&B, das wie eine Oase in der ansonsten reizlosen Missionsstadt wirkte. Wir besuchten den Köcherbaumwald, der ca. 40 km vor der Stadt liegt und taten, was alle dort tun: auf den Sonnenuntergang und weiches Licht warten um Fotos zu schiessen. Dabei lief man sich gegenseitig durchs Bild...und es war alles in allem kein allzu reizvoller Ort. Köcherbäume gibts anderswo auch. Hier aber geballt und daher trifft man eben auch auf viele andere Touris. Nix-desto-trotz übten die, von der untergehenden Sonne in magischem Licht scheinenden, Bäume fantastisch.  Abends waren wir dann gut essen im Alten Schützenhaus. Am nächsten Morgen gabs ein feines Frühstück bei Gesserts und dann brachen wir auf.Die Fahrt zur Küste nach Lüderitz war wirklich klasse.Man kommt vom ca. 1200 m hoch gelegenen Keetmannshoop und fährt auf Meereshöhe runter. Die Strasse ist gut ausgebaut und asphaltiert, es geht über viele Hügel und man hat oft herrliche Ausblicke. Eine Kaffeepause im Bahnhofshotel AUS ist immer wieder angenehm und lohnend. An der Tankstelle, die gleichzeitig General Dealer ist, treffen wir auf unterschiedlichste Leute. Die einen kommen bereits zurück von Lüderitz und geben Tipps, wo man die wilden Pferde von Aus sichten kann. Die anderen sind eine Busgruppe mit Mountainbikes auf Anhänger, die sich nur für sich selbst und kühle Getränke interessieren und dann steht da noch ein Motorradfahrer mit Aufklebern aus aller Welt auf seiner Maschine, der von den einheimischen Jungs belagert wird. Der Tankwart unterdessen bleibt die Ruhe in Person.

Ein bunter Treffpunkt ist diese kleine Tanke in AUS !

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Tina Becker-Schäfer

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.