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Unterwegs im Oman : Wadis,Weihrauch und Tradition

Am Mittwoch, dem 12. Oktober, war es endlich soweit: wir konnten den Flieger der Oman Air planmäßig besteigen.....die Fluglotsen hatten uns vorher noch ganz schön verunsichert durch ihre Streik-Ankündigung! Aber der wurde dann doch verschoben und wir atmeten auf, als die Maschine pünktlich in Frankfurt abhob.

6,5 Std. später, gegen 23.00 Uhr Ortszeit, landeten wir in Muscat. Eine sehr warme Nachtluft und ein völlig neues Land nahmen uns dort in Empfang.

Schon beim Betreten der Ankunftshalle nahmen wir ihn wahr: den Geruch Omans!

Weihrauch und etwas undefinierbar Süßliches hing in der Luft. Etwa7 oder 8 imposante Gestalten in weißen, langen Kleidern und mit einer runden Kappe standen

unmittelbar am Eingang. Die so gewandeten Männer sollten uns von nun an öfter, überall, begegnen. Die Dishdasha mit Kumma und dazu Sandalen, sind das traditionelle Gewand der männlichen Omanis.Ein uns völlig fremdes Erscheinungsbild also. Nach weniger als 7 Stunden Flugzeit sind wir in einer gaaanz anderen Welt gelandet! So mein erster Eindruck, der noch durch die sehr warme Nachtluft und die vielen,unbekannten Gerüche verstärkt wurde.

Für den Oman braucht man ein Visum, das man bei der Einreise erhält. Zunächst

wird die Visa-Gebühr an einem Schalter entrichtet(ca 40 € p.P.) dann gings an den Einreiseschalter und dann auch gleich weiter ans Gepäckband. So schnell und problemlos sind wir noch nie in eine fremdes Land eingereist! Wir waren, wie es aussah, die einzigen zwei deutschen Touris am Eincheck-Schalter.Alle anderen Fluggäste strömten in den Transitbereich.Und auch sonst standen kaum andere Leute an.Wir waren schon unsicher, ob wir an der richtigen Stelle anstanden...aber ja, doch!! Prima, so dürfte das immer sein !!

In der großen Ankunftshalle war jedoch wesentlich mehr los. Dennoch fanden wir schnell unseren Chauffeur, der uns zum Hotel bringen sollte.

Erste Mann/Frau-Begegnung im Flughafen

Mich ignorierte der junge Omani total, aber zu Gerd war er ausgesprochen höflich. Dass er jedoch fragte, wie wir heute in Deutschland denn zu Hitler stünden , den er für einen großartigen Mann hielt, ließ uns stutzen. Ich stieß Gerd ans Knie und bat ihn, schnell ein andres Thema anzuschneiden. Unser Fahrer schien von der ganz konservativen Sorte zu sein, denn er hatte mich, wie gesagt, absolut unbeachtet gelassen, kein Nicken, kein Grußwort...während er Gerd freundlich die Hand schüttelte, wandte er sich von mir ab. Am Wagen öffnete er dann zuerst die Türe für Gerd, dann den Kofferraum und mir wurde ganz zum Schluß, wieder wortlos die Tür aufgemacht. Du liebe Zeit, dachte ich...sooooo krass hatte ich mir das Verhältnis Mann/Frau in einem muslimischen Land denn doch nicht vorgestellt.Zumindest ein Zeichen der Höflichkeit in Form eines Zunickens, hatte ich erwartet, wenn auch kein Händedruck.

Auf der Fahrt zum Hotel sahen wir dann sowohl die neue Oper, als auch die großartige Sultan- Qaboos- Moschee in prächtiger Beleuchtung. Und um diese Themen drehte sich dann das weitere Gespräch zwischen Gerd und dem jungen Chauffeur. Die Oper war gerade an diesem Abend eröffnet worden und es war sehr viel los in der Stadt. Muscat präsentiert sich sehr weitläufig,modern,teilweise etwas protzig, aber immer schön anzusehen. Vor allem bei Nacht bekamen wir einen fantastischen, ersten Eindruck vermittelt von Reichtum,Glanz und Modernität.

Spätestens zwei Tage später in den Seitengassen von Nizwa relativierte sich jedoch vieles davon...

 

Ich beschreibe im Folgenden mehr oder weniger  kurz die jeweiligen Stationen /Unterkünfte und gebe ein paar Eindrücke wider. Ansonsten lasse ich die Fotos für die Reise sprechen.

 

Die Corniche von Muscat/Mutrah

Erste Unterkunft: Hotel Park Inn /Muscat

Das Hotel ist modern und farbenfroh eingerichtet, hat einen Frühstücksraum im IKEA-Style und war alles in allem in Ordnung(siehe mehr unter Unsere Unterkünfte)

Gegen 9.00 Uhr morgens kam ein Mitarbeiter von Europcar und brachte unseren Mietwagen, einen Toyota Prado. Nun konnte unsere Tour durchs Sultanat starten!

An dieser Stelle möchte ich einen Dank an Susi richten, deren Oman-Reisebericht uns überhaupt erst auf die Idee brachte, auch einmal dorthin zu fliegen! Ihre Fotos und geschilderten Erlebnisse machten uns neugierig und nun endlich ging es los:

Oman, wir kommen! Aber anders als Susi, die in einer Gruppe unterwegs war, begaben wir uns zu zweit im Mietwagen auf die Reise. Daher sammeln wir teilweise ganz andere Eindrücke.Und diese notieren wir hier.Hintergrund-Infos(Fakten) stellen wir in erster Linie unter dem Menüpunkt Info-Theke bereit. Im Bericht beschränken wir uns vorwiegend auf das Schildern persönlicher Erlebnisse.



 

Nur wenige Meter vom Hotel entfernt ist ein riessengroßer,hochmoderner Supermarkt-Komplex, in dem wir am ATM Geld zogen und uns mit reichlich Mineralwasser und ein paar Snacks eindeckten. Hier, in diesem Hypermarket, sahen wir ein buntes Völkergemisch. Männer und Frauen in traditioneller Omani-Kleidung ebenso wie locker,leicht gekleidete Leute und ganz viele indisch anmutende Gesichter, teilweise auch in deren landestypischer Bekleidung. Westliche und östliche,moderne und traditionelle outfits bunt durcheinander. Nach dem Einkaufen starteten wir zu unserem ersten "Ziel":

Wir sahen uns  die wunderschöne Corniche(Küstenabschnitt) der Hauptstadt an.Machten einige Fotostopps und fuhren dann weiter ins Landesinnere nach Nizwa.

Temp. am ersten Morgen: 33 ° C. Trend: steigend! Aber das wußten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht ;-)

Besuch des Forts in Nizwa

 

Wir kamen von Muscat aus so gegen 14. 00 Uhr im Golden Tulip weit vor den Toren Nizwas an. Das Hotel hat einen repräsentativen,eleganten und sehr weiträumigen Eingangsbereich mit gemütlcihen Sitzecken im orientalischen Stil, aber auch einen Loungebereich, der internationalen Charakter hat. Unser Zimmer war bedeutend schlichter eingerichtet und ein bisschen altmodisch. Aber für einen Tag no problem! Sehr schön ist der Poolbereich im Innenhof (mehr unter Unterkünfte)

Nach dem Einchecken brachen wir gleich auf, um das Fort von Nizwa zu besichtigen.

Es bot viele interessante Fotomotive.Und wir kamen ordentlich ins Schwitzen beim Treppen steigen.....die Innenräume zu besichtigen war da nicht nur interessant, nein, es bot gleichzeitig auch eine angenehme Abkühlung. Am Eingang hatten wir eine Broschüre bekommen, die über die Historie des Forts, den Grundriß etc. interessante Infos vermittelte. So kann man auch ohne Führung Wissenswertes erfahren und ist nicht auf eine Gruppe angewiesen.



Freitags ist Tiermarkt in Nizwa

Nach einem sehr zeitigen Frühstück und bei strahlendem Sonnenschein brachen wir voller Spannung so gegen halb 8 auf, um den Tiermarkt zu besuchen.

Schon auf der Fahrt in den Ort herrschte reger Verkehr und als wir dann in Nizwa ankamen, ging die Parkplatz-Suche los....Dutzende von Autos waren unterwegs. In den  meisten davon saßen eindeutig Einheimische, die entweder zu den Marktbesuchern oder zu den Händlern gehörten. Hier und da entdeckten wir aber auch Touristen.

Überraschenderweise fanden wir schneller einen freien Platz, als befürchtet und dann liessen wir uns mit den Menschenpulks mitreißen....

 

Ruckzuck waren wir mittendrin im Marktgeschehen.Wo wir tags zuvor über leere Plätze und kaum frequentierte Gassen geschlendert waren, tobte nun das pralle Marktleben. Überall  gestikulierende,feilschende Menschen und  nervöse Tiere !! Und hier und da ein paar hellhäutige Leute mit großen Kameras vorm Bauch, die sich unters einheimische Volk mischten...Touris, genau wie wir! Während sich aber einige wirklich mitten hinein stürzten und die Kameras auf alles und jeden richteten, hielten wir uns eher am Rande des Geschehens, sofern das überhaupt bei dem Treiben möglich war. Voller Interesse und Staunen sahen wir zu, wie Kälber,Ziegen und Hühner nach einigem Feilschen und Begutachtens den Besitzer wechselten. Auch im Souq herrschte ein lebhaftes Ein-und Aus, ganz andres als am Tag zuvor. Nizwa war zum Leben erwacht und bot viele farbenfrohe Eindrücke und es roch an jeder Ecke nach etwas anderem. Der Besuch dort war ein wunderbares Erlebnis!

The View Oman:Zeltcamp vom Feinsten

Am späten Vormittag brachen wir dann auf zur nächsten Station,dem Zelt-Camp

The View, in den Bergen des Jebel Akhdar Gebirges. Zuvor fuhren wir noch zum höchsten Berg, dem Jebel Shams,auf 3000m, hinauf. Die Strecke war zum größten Teil geteert und wir fanden es ein bisschen langweilig...erst auf den letzten Kilometern wurde es interessanter, auch von den Ausblicken her! Von dort gings über Al Hamra nach Hail al Shas, wo man uns am Tor zur gepflegten Camp-Anlage schon erwartete.

Kleiner Abstecher nach Misfat,dem Lieblingsdorf des Sultans

Von The View, wo es übrigens deutlich kühler war und abends ein starker Wind am Zelt rüttelte, gings es frühzeitig weiter. Erste Etappe an diesem Tag war das kleine Bergdorf Misfat, das  erst seit einigen Jahren  eine geteerte Zufahrtsstrasse hat. Seitdem wird das Dorf laut Reiseführern von Busladungen überrollt.Wir zögerten noch, ob wir uns das dann antun sollten...und fuhren auf Gut-Glück einfach mal die steile,in Serpentinen verlaufende Strasse hinauf.

Oben angelangt findet man tatsächlich vor dem Ortseingang einen großen neuen Parkplatz und im Ort selbst ein kleines Tourist-Center mit Sitzplätzen und Schautafeln. Aber Touristenmassen sahen wir keine. Wiedermal waren wir offensichtlich die einzigen...

Wir schlenderten ein wenig durchs Dorf und wurden schon bald von drei älteren Omanis angesprochen. Ob wir nicht den Touristenpfad entlang wandern wollten??

Man zeigte uns, wo der langführte und tatsächlich war der Weg auch farbig markiert. Dieser Pfad führte durch sehr enge Gassen zwischen uralten Lehmhäusern mit sehr schön verzierten Haustüren entlang und wir gelangten schliesslich an einen kleinen Pool, der von den Bewässerunsgkanälen (falaj) gespeist wurde. Darin tummelten sich ein paar Jungs und ein erwachsener Mann.Als wir auftauchten war das Gelächter groß und man wollte unbedíngt, dass wir näher kommen und den Pfad unterhalb des Pools weiterwandern. Aber irgendwie war uns die Situation ein bisschen peinlich. Wir hatten das Gefühl, Eindringlinge zu sein in dieser kleinen Dorfoase.

Deshalb schlenderten wir lieber zum Auto zurück und da es schon wieder recht warm war ( so um die 36° C), brachen wir von dort auf zu der Off-Road-Tour durchs Gebirge, auf die wir uns total freuten.



Off Road durchs Jebel Akhdar Gebirge: Spektakulär !

Von Al Hamra gehts zunächst noch rund 20 km über geteerte Piste, vorbei an den Hoota Caves, hinauf auf 2300m. Dort oben endet dann die normale Strasse und die gravel road beginnt. Hier trafen wir auf ein paar junge Omanis, die unbedingt von Gerd fotografiert werden wollten. Sie posierten gutgelaunt vor dem herrlichen Bergmassiv im Hintergrund. Da sie nur einen PKW dabei hatten, endete ihre Tour auf dem Plateau und unsere begann nun endlich :-))

Was uns auf den nächsten 25 km erwartete, war einfach grandios!! Zunächst ging es viele km bergab über einen sehr schmalen,unbefestigten Weg. Irgendwann kam der kleine Ort Haat in Sicht, von einem grünen Palmenhain umgeben. Von dort gings es dann aufwärts, die Ausblicke ins Jebel Akhdar Gebirge wurden immer eindrucksvoller und wir nutzen jede Wegverbreiterung als Haltebucht für einen Fotostopp.

Ab und zu begegnete uns auch  mal ein anderer Wagen. Man konnte sich aber stets rechtzeitig von weitem sehen, eine Haltebucht ansteuern und dann warten, bis der andere vorbeikam. Teilweise ging es extrem steil die Hänge bergab. Manches Mal war der Blick in die Tiefe , die sich am Rand des Weges  völlig ohne schützende Begrenzung auftat, auch atemberaubend...im wahrsten Wortsinne...

Vorsichtiges,konzentriertes Fahren ist hier Pflicht!

Dennoch konnte auch Gerd die Strecke geniessen. In den Genuß einer so interessanten Streckenführung kommt man selten. Die Fotos stellen lediglich einen Versuch dar, wiederzugeben, was wir sahen...aber in der Realität war´s einfach noch viel besser!! Aber an den steilsten Stellen mit den besten Aussichten konnte man am schlechtesten halten und aussteigen,versteht sich ;-)

Im Tal angelangt gehts dann auch noch einige hundert Meter durch den Flußlauf des Wadi Bani Awf. Hier bekam der Prado eine erfrischende Unterbodenwäsche verpasst! Das Wasser spritze bis in die offenen Fenster hinein und verschaffte uns eine kleine Abkühlung.  Über einige km geht es nun weiter über Stock und Stein,an den Seiten gesäumt von üppigem Grün, das sich hervorragend kontrastreich abhebt von dem Fels und der staubigen Piste.

Der Weg endet kurz vor Rustaq, wo man wieder auf eine asphaltierte Strasse trifft. Die letzten ca. 5 km durchs Wadi fanden Bauarbeiten statt mit enormem Einsatz von MANPOWER Fahrzeugen und Arbeitern. Hier war´s vorbei mit der Ruhe und Gelassenheit....

 

Rustaq liessen wir vorerst links liegen und fuhren weiter runter ans Meer,

nach Al Massna´ah , das sehr lebhaft und von vielen Strassenbauarbeiten und Umleitungen geprägt war.

Trotz der schlechten Ausschilderungen und verwirrender Verkehrszeichen fanden wir spätnachmittags doch noch unsere nächste Station direkt am Strand des Golf von Oman:

Als wir dort aus dem Wagen stiegen,schlug uns die extreme Luftfeuchtigkeit gepaart mit Hitze vom Sockel!Uff, damit hatten wir nicht gerechnet. Heiss war´s die Tage zuvor ja auch schon ( in den Bergen  etwas weniger), aber diese feuchte Luft dazu... Waschküche pur! Knapp 40°! Du lieber Himmel...schnell ins Hotel...und das war dann echt eine tolle Überraschung: so geschmackvoll und stylish, so elegant und hochwertig hatten wir es nicht erwartet!Für die nächsten 4 Tage war das Millenium Resort unser Ausgangsort für diverse Ausflüge ins Umland.

Millenium Resort Al Massna ´ah /Golf von Oman

 

Und natürlich standen die beiden Orte Rustaq und Nakhal auf unserer To-Do-List.

In Nakhal besuchten wir das wirklich sehr schöne Fort und fielen in einen wahren Fotorausch...

In Rustaq standen wir wieder vor verschlossener Fort-Türe...schlenderten dann nur über den Souq, bzw. an der Halle entlang, in dem die Marktstände sich befinden. Ein richtiger Souq ist das nicht. WAs wir in Rustaq am beeindruckendsten fanden, war die Moschee, weit vom alten Ortskern entfernt. Diese hat Gerd auch fotografiert Die kippenden Linien ( gleich zwei Minarette!) sind jedoch heftig...und wir haben sie noch nicht gerade gebogen...

 

Rustaq erreichten wir bei verschiedenen Ausflügen immer wieder aus einer anderen Richtung kommend und waren stets angetan von seiner malerischen Lage am Fuße des Gebirges. Von hier ist es nicht mehr weit an die Küste und die Landschaft geht allmählich in eine Ebene über. Sehr eindrucksvoll fanden wir den Anblick, als wir in der Abenddämmerung aus Richtung Wadi Sahtan kamen. Die neue Moschee, die uns tagsüber schon ins Auge gefallen war, erstrahlte in herrlichen Farben und im Hintergrund zeichneten sich noch die zackigen Umrisse der Berge ab...Momentwahrnehmungen, die man nicht vergißt!

Nach 4 Tagen Aufenthalt in dieser Region, die übrigens Batinah genannt wird, ging es schliesslich weiter auf die letzte Etappe: wieder zurück in die Capital Area mit Muscat,dem Regierungsbezirk, der Corniche, Mutrah und dem Souq, sowie der Besichtigung der Grand Mosque, auf die wir uns besonders freuten. Ich besuche auch in Europa überall Kirchen und da von meinem kurzen Kunstgeschichtstudium die Begeisterung für Sakralbauten noch vorhanden ist, steuerten wir nun also auf ein weiteres Highlight zu...

HIGHLIGHT: Besuch in der Sultan-Qaboos-Moschee

Dieses, zu den größten Moscheen der Welt, gehörende gigantisch anmutende Gebäude ist weithin sichtbar und von einem schönen, blühenden Garten mit Springbrunnen gesäumt.

Nicht-Muslimen ist der Besuch täglich ausser freitags, von 8.00 -11.00Uhr gestattet. Frauen müssen den Kopf verhüllen,so dass keine Haare mehr zu sehen sind, sowie lange Hosen/Röcke und langärmelige Oberteile tragen. Männer sollen angeblich auch lange Ärmel tragen, aber wir sahen einige mit T-Shirts, ohne dass sie kritisiert wurden. Allzu streng ist man bei den Herren der Schöpfung wohl nicht.

Die Aussenanlage sieht einfach phänomenal aus, da sie durch die glänzenden Steinböden und Säulen, sowie Bogengänge in einem extrem hellen,strahlenden Licht erscheint.

300.000 Tonnen indischer Sandstein wurden beim Bau verarbeitet. Obwohl die Moschee wirklich gigantische Ausmaße hat, dauerte ihr Bau nur schlappe 6 Jahre.Das ist  ja nix im Vergleich zum Kölner Dom z.B.

Als wir die Moschee dann betraten ( Achtung:Schuhe aus! Hierfür gibt es in zahlreichen Nischen dezent neben dem Eingang Regalwände, wo man sie verstauen kann), wurde nochmal ein Blick auf unser Äußeres geworfen und als alles "abgenickt" war, durften wir die Gebets-Halle betreten. Erster Eindruck:

es ist deutlich kühler, als draussen ( und somit super-angenehm!) und es wirkt viel weniger bombastisch, als von aussen. Das gedämpfte Licht, die Stille, der riesengroße handgeknüpfte Teppich...die vielen Leuchter, Säulen und Mosaiken an den Wänden...alles wirkt, trotz seiner Extravaganz, eher schlicht. Dass dies jedoch das falsche Wort ist, belegen ein paar Fakten: allein der Kristall-Lüster, der den Raum dominiert und unter der 50 m hohen Kuppel hängt, besteht aus wertvollen Swarowski-Kristallen und wiegt sage und schreibe 8 Tonnen!! Alle Besucher werden von seinem Anblick magisch angezogen...ich vermute mal, dass dieser Lüster das meistfotografierte Motiv Omans ist! Auch wir haben ihn von sämtlichen Seiten bestaunt und fotografisch eingefangen. Aber die Moschee hat noch mehr zu bieten: einen handgeknüpften Teppich, z.B. der laut Angaben bei Wikipedia 4293,45 qm groß ist und an dem 600 Frauen 4 Jahre lang knüpften.

Alle Achtung und Respekt vor dieser Leistung, zumal Frauen hierauf nicht beten dürfen: sie müssen( wie überall im Oman) in einem separaten Raum(Ladies Prayer Room) ihr Gebet verrichten. Diesen Raum haben wir auch besichtigt und er war, welch Wunder,deutlich kleiner und wesentlich unscheinbarer....

Die Moschee wird flankiert von insg. 5 Minaretten, die für die 5 Säulen des Islam stehen. Das größte Minarett ragt weit in den Himmel empor und wenn von hier der Muezzin ruft, bekommt man eine Gänsehaut...garantiert.

 

 

Nach diesem unvergesslichen Besuch und total durchgeschwitzt, ging es nun wieder zum Hotel Park Inn, das im selben Stadtteil liegt, wie die Moschee; Al Gubrah.

Da wir zu früh zum Einchecken kamen und nur unsere Koffer abstellen konnten, begaben wir uns sogleich auf weitere Entdeckungstour: wir fuhren wieder an der Küste von Muscat entlang und suchten auch das Gelände des Regierungssitzes von Sultan Qaboos auf. Seinem Bildnis waren wir nun tagtäglich und überall begegnet, sodass es endlich an der Zeit war, seinen Palast zu sichten.

Der Bau des neuen Palastes stieß in der Bevölkerung nicht nur auf Zustimmung, da ihm große Teile der Altstadt und viele indische Händler,sowie ein Hindutempel weichen mußten. Dennoch erfreut sich der Sultan heute großer Beliebtheit beim Volk. Seine ruhmreichen Taten für das Land und der offensichtliche Fortschritt überwiegen wohl ( mehr dazu demnächst unter Info-Theke). Der Palast mutet übrigens eher klein und unscheinbar an, im Vergleich zum neuen Opernhaus, der Moschee und zahlreichen anderen Gebäuden der Hauptstadt. Auch einige der Nobelhotels machen von aussen  wesentlich mehr her. Es ist übrigens nicht der Wohnsitz Seiner Majestät. Er bevorzugt eine Villa am Meer bei Seeb und saisonal  residiert er auch in der Region Dhofar, wo das Klima in einigen Monaten des Jahres als angenehmer gilt.

Altstadt Mutrah und Besuch des Souq

Laut allen Reiseführern ist er ein Muss : der Souq von Mutrah. Also fahren wir nachmittags nochmal rein in die Stadt und bummeln zunächst an der Corniche entlang. Im Hafen liegen zwei Dhaus und eine große, beeindruckende Yacht. Ob es die vom Sultan persönlich war, konnten wir nicht erkennen, da wir ohne Fernglas unterwegs waren. Im Licht des nahenden Sonnenuntergangs sieht nun alles noch viel ansprechender aus und wir geniessen die Atmosphäre an der Promenade mit ihren vielen überdachten und edel aussehenden Ruheplätzen. Es ist noch immer recht warm ( so um die 39 °C) und unsere Unternehmungslust ist nicht mehr allzu groß, aber den Souq wollten wir auf jeden Fall besuchen. Da ich auch noch auf der Suche nach Postkarten war, die man nur sehr selten bekommt, steuerten wir die Läden also mit festem Kaufinteresse an...

vielleicht sahen die Händler uns dies an, oder sie verhielten sich einfach wie immer, jedenfalls bedrängten sie uns sofort! Auf Schritt und Tritt bekamen wir Pashminas(Tücher) und Weihrauchschalen mit brennendem Inhalt unter die Nase gehalten...

Da es im Souq unter dem, mit Dattelpalmenblättern gedeckten Dach ohnehin noch ein bisschen wärmer war, als draussen, fing ich schnell an, noch mehr zu schwitzen...die vielen Leute um einen herum, die 1000 Gerüche( vor allem von Räucherstäbchen in sämtlichen Duftvarianten,Gewürzen und eben Weihrauch...), die drückende Schwüle....mir wurde  nach wenigen Metern einfach nur übel. Ständig quatschte mich von der Seite ein Händler an, das Herumgefuchtel mit Waren, die Hitze, der Rauch, der Geruch... mein Ding war das einfach nicht!! Gerd hingegen fühlte sich pudelwohl und fing an Fotos zu machen wie nie zuvor... Ich hielt auch hier und da die Kamera auf einen originellen Stand, aber da ich mich von den Händlern so bedrängt fühlte, wollte ich sehr bald einfach nur noch raus aus der Passage...Was alle Welt am Besuch eines orientalischen Souqs so toll findet?? Keine Ahnung.Mir sind Veranstaltungen unter freiem Himmel eindeutig lieber: der Markt in Nizwa, z.B. gefiel mir 100x besser. Und so war ich heilfroh, als wir endlich noch ein paar Postkarten fanden..und danach gings zurück ins Park Inn, sofort unter die Dusche und ab ins Restaurant zum letzten Dinner der Reise!

F A Z I T

Der Oman ist auf jeden Fall eine Reise wert gewesen für uns.

Vieles war ungewohnt und da überall rege Bautätigkeit herrschte, kam man manches Mal schleppend voran oder mußte Umleitungen und Stau in Kauf nehmen.

Das Preisniveau ist etwas höher, als bei uns, mit einer Ausnahme:

1 Liter Super Benzin kostete 23 cent!!

Das Essen war überall in Ordnung.Immer etwas schärfer, als daheim, aber schmackhaft. Kulinarische Highlights erlebten wir jedoch nicht. Ausnahme: der fantastische Bananenkuchen im Millenium Resort, sowie die einheimische Dessert-Spezialität Umm Ali ( eine Art Brotpudding, der warm serviert wird).

Die Einheimischen sind eher zurückhaltend, aber freundlich.

Frauen dürfen selber Auto fahren und studieren.Es gibt sogar eine Ministerin im Kabinett des Sultans. Dennoch sieht man die allermeisten

Frauen in der abaya, manche sogar mit burqa. Tradition und Moderne liegen  dicht beeinander. Überall sah man Handys, große Wagen, riesen Supermärkte mit westlichen Markenartikeln und Mc Donald´s und Burger King hatten regen Zulauf von Einheimischen...und andererseits wird  stolz das traditionelle Gewand getragen und auf strenge Sitten ( z.B. was Alkohol in der Öffentlichkeit anbelangt) geachtet. Frauen und Männer fassen sich in der Öffentlichkeit nicht an und  auf küssen in der Öffentlichkeit steht sogar Strafe.

Die Temperaturen lagen höher, als erwartet. Angeblich sollte es im Oktober "nur" bis zu  30° C  warm werden ...da kamen wir täglich locker drüber.  Die Höchttemp. war an einem Tag 43 °. Niedrigste im Gebirge bei 30°.Meistens bewegten wir uns um die 36°C.....an der Küste kam hohe Luftfeuchtigkeit hinzu.

Die Strassenverhältnisse waren sehr gut. Die meisten Autobahnstrecken sind sogar mit Strassenlampen versehen. Die Off-Road-Strecken im Gebirge waren anspruchsvoll, aber mit dem Prado gut zu bewältigen. Auf den Autobahnen gilt Höchstgeschwindigkeit 120 km/h. Der Tacho ist so programmiert, dass es anfängt zu piepsen, sobald man diese Marke übersteigt.So kann man sich , falls man geblitzt wird, nicht heraus reden, man hätte es gar nicht bemerkt.

Ein Land voller verblüffender Eigenheiten eben! Ein Land, das man bei einer so kurzen Reise keineswegs ganz begreifen lernt.Auf das man aber neugierig wird und das tiefe Eindrücke hinterläßt.



 

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© Tina Becker-Schäfer

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